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Nachbarschaftliche Gepflogenheiten zu den Festen in Bulgarien


(@abc25af)
Silber Mitglied
Beigetreten: 2 Jahren vor
Beiträge: 233
Themenstarter  

Hallo Zusammen!

wir sind im Dezember 2019 hier eingezogen. Ein Dorf in der Nähe von Pomerie.

Februar 2020 Notartermin.

Natürlich wollten wir unsere Nachbarn begrüßen und uns vorstellen.

Die waren aber alle schneller und haben sich selber vorgestellt. Alle super freundlich. Mehrere verschiedene Nationalitäten.

Verständigung mit mehreren Sprachen bzw. Teilen davon. Nur kein Bulgarisch durch uns.

Ostern d,J. die erste Überraschung. Viele der Nachbarn kamen am Ostersonntag mit Tüten voller gefärbter Eier und anderen  Sachen.

Jetzt Weihnachten waren wir vorgewarnt und haben selber Kleinigkeiten für die Nachbarn gerichtet.

War gut so. Die hatten auch schon für uns und andere Nachbarn bereitgestellt.

Wer von Euch kennt sich mit den Gepflogenheiten aus und kennt noch weitere Feiertage wo man sich was schenkt. Ist ja unangenehm wenn wann solche netten Bräuche nicht kennt.

Eben war noch einer vom Dorf hier und hat frische Eier gebracht.

Noch einen schönen Tag an alle


Dieter und Bulgarien-Franz gefällt das
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(@nikolaus)
Profi Mitglied
Beigetreten: 1 Jahr vor
Beiträge: 621
 

Bei uns war überhaupt keiner. Ist auch gut so, wir feiern ja keine Weihnachten oder andere kirchliche Festtage. Warum wir das nicht machen, wäre jetzt zufiel für das Forum. Wir können aber gerne über PN Auskunft geben. 


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Eli
 Eli
(@eli)
Profi Mitglied Moderator
Beigetreten: 3 Jahren vor
Beiträge: 912
 

Hallo ihr Lieben, mit den nachbarschaftlichen Gepflogenheiten ist das so eine Sache. Ich berichte mal von uns. Das erste Jahr hier (2006) kamen wir mit Isomatte und Schlafsack in ein leeres Häuschen. Eine Stunde nach Schlüsselübergabe waren alle aus der Straße bei uns versammelt.

Das vergesse ich nie. Wir konnten kein Wort bulgarisch und die Bulgaren kein deutsch oder englisch. Es war völlig egal. Wir lernten sofort unser ganzes Obst in bulgarischer Sprache kennen, denn sie führten uns durchs Grundstück und erklärten alles. Andere wollten wissen, wo wir schlafen und andere was wir für das Haus bezahlt haben. Es ging alles mit Zeichensprache. Als sie hörten, das wir erst mal auf dem Fußboden mit Isomatte schlafen wollen, brachten sie uns ein altes Metallbett mit einer riesigen Kuhle und bauten es auf, andere brachten Glühbirnen, die Frauen etwas zu essen.

Wir waren dann ständig irgendwo eingeladen, es war für uns eine unvergessliche Zeit. Dann haben wir ein Fest gemacht und alle Leute eingeladen. Um 19 Uhr sollte es los gehen. Aber es kam keiner. Wir sind deutsche und pünktlich. Die Bulgaren geben der Hausfrau noch etwa eine Stunde Zeit, falls was schiefgeht. Um 20 Uhr waren dann alle da und noch viel mehr, die wir gar nicht kannten. Jeder brachte ein Geschenk mit, die Nachbarn aus der Straße hatten zusammengelegt und uns Schüsseln geschenkt, die wir noch heute haben.

 

Heute sind viele der Nachbarn gestorben. Aber immer noch herrscht dieser Sinn. Gegenseitige Hilfe und schenken. Letztes Jahr habe ich Weihnachten allen eine Kleinigkeit geschenkt, habe aber das doppelte zurück bekommen. Also wenn man jemanden hier etwas schenkt, kommen die Bulgaren in Zugzwang und schenken etwas zurück. Zumindest ist das hier so. LG Eli


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Paul
 Paul
(@decruppe-paul)
Bronze Mitglied
Beigetreten: 2 Jahren vor
Beiträge: 181
 

Mit dem gegenseitigen Beschenken ist es vielleicht nett gemeint, kann aber ganz schön auf den Wecker gehen. Selbstgemachte Kleinigkeiten ist ja o. K. und dann folgt der weihnachtliche Konsumwahn.


Ha-jo gefällt das
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(@abc25af)
Silber Mitglied
Beigetreten: 2 Jahren vor
Beiträge: 233
Themenstarter  

Hallo Paul,

du brauchst ja nichts zurück geben bzw. auch was schenken.

Dann erledigt sich das doch von selber.

Mußt nur hoffen, nie auf deine Nachbarn angewiesen zu sein oder deren Hilfe.


HarryMila gefällt das
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Paul
 Paul
(@decruppe-paul)
Bronze Mitglied
Beigetreten: 2 Jahren vor
Beiträge: 181
 

@ruru

Wenn man nichts schenkt (oder kein Geschenk erwidert), lässt man dann schnell bei empfindlichen Menschen "beleidigte Leberwürste" zurück. 

"Mußt nur hoffen, nie auf deine Nachbarn angewiesen zu sein oder deren Hilfe."

Das ist ja gerade der Geschenkschwachsinn, die Hilfe vom Beschenktwerden abhängig zu machen. Ich helfe auch ohne Geschenke zu bekommen oder gar zu erwarten. 

 


Ha-jo gefällt das
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Eli
 Eli
(@eli)
Profi Mitglied Moderator
Beigetreten: 3 Jahren vor
Beiträge: 912
 
Geschrieben von: @decruppe-paul

Mit dem gegenseitigen Beschenken ist es vielleicht nett gemeint, kann aber ganz schön auf den Wecker gehen. Selbstgemachte Kleinigkeiten ist ja o. K. und dann folgt der weihnachtliche Konsumwahn.

Also ich habe noch nie Konsumwahn hier erlebt. Es gibt selbst hergestelltes wie Wurst, Gemüse im Glas o.ä. und wir geben auch nicht immer gleich etwas zurück. Wenn ich gebacken habe, gebe ich schnell mal ein Stück Kuchen rüber, das ist dann auch ok. Es ist hier eben so. Und wir haben hier 2 echt arme Familien, die können nichts zurückgeben, das ist dann auch in Ordnung LG Eli

 


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Paul
 Paul
(@decruppe-paul)
Bronze Mitglied
Beigetreten: 2 Jahren vor
Beiträge: 181
 

@eli

Mit dem nachbarschaftlichen Geben und Nehmen ist es hier im Dorf ja genauso, vom Gebackenen, Gemüse, Obst, Pflanzen... u.s.w geht es ohne jeden weiteren Anlass hin und her. Das ist ja o.k.

(Ach ja, mit dem Obst und Gemüse der Nachbarn und auch auf den Märkten seh ich es nicht mehr so locker wie vor 1 1/2 Jahren, seitdem ich deren Garten- und Gifttechnik kennengelernt habe. Da gibt es manches zu schmunzeln und noch mehr ablehnend den Kopf zu schütteln. Ob das z. B. in den bulgarischen Gartenbüchern so unterstützt wird möchte ich gerne erfahren.)

Was ich halt nicht mag, wenn einem z. B. der Geburtstag von...oder ein Feiertag einfällt und die größte Sorge ist: ich hab ja noch gar kein Geschenk. 

Ja,  Konsumwahn gibt's noch nicht weil die Finanzen fehlen. 


Ha-jo und Eli gefällt das
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