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[Setzen] Erfahrungen mit Maklern und Immobiliensuche


(@mervin)
Neues Mitglied
Beigetreten: 2 Monaten vor
Beiträge: 5
Themenstarter  

Hallo und guten Tag!

Mein Name ist Mervin und ich habe vor einem Jahr eine Wohnung gemietet und mich hier angemeldet. 

Wohnung über großen Makler in Burgas bekommen und Anmeldung mit der Dame, die über diese Seite Werbung gemacht hat. Lief alles schnell (3 Tage) und fair ab und ohne Abzocke. Aufpassen muss man bei Anmietung, dass man eine notarielle Deklaration vom Eigentümer erhält. Damit tun sich einige Makler schwer (trauen sich vermutlich nicht den Eigentümer zu fragen).

Lediglich mein Vermieter hat versucht, mich mit der ersten Wasserabrechnung zu betrügen, aber den konnte ich schnell und sachlich von weiterem Betrug abhalten.

In Neubauten klappt das Heizen im Winter mit guten Klimaanlage, No-Name-Geräte sind von der Leistung zu schlecht. Hoffentlich bleibt der Strom weiterhin günstig, billig ist das nun nicht besonders. In Neubauten ist aber wenigstens alles dicht, so dass vielleicht auch ein Radiator möglich ist. 

Meine Wohnung soll(te) als Ausgangspunkt für Immobilienerwerb dienen. Bin inzwischen völlig frustriert und kurz vorm Aufgeben. 

Viele Makler arrogant, ungeduldig, unehrlich und faul. In der Regel zahlt der Käufer keine Maklergebühr, trotzdem verlangen ein paar wenige, dass man bei ihnen dafür einen Vertrag unterschreibt oder geben das auf ihrer Website an meist zwischen 3 und 4 %. Gibt nur wenig ehrliche und zuverlässige. Interessant in dem Zusammenhang ist, dass bei Interesse meist nur noch ein Apartment bzw. ein Haus in der angefragten Anlage frei ist. Manchmal geht dann sogar der Preis hoch. Man bekommt den Eindruck, dass einem als Ausländer nur der Schrott für viel Geld angedreht werden soll, den kein Einheimischer haben will. 

Einheimische nehmen in der Regel keine Wohnung Parterre oder unterm Dach und nicht mit Wartungskosten. Unten feuchte Wände, oben zu heiß im Sommer und schlechte Dachisolierung, Wartungskosten steigen.

Vom Bauen scheint niemand hier wirklich was zu verstehen. Egal ob Einzelhaus oder riesige Wohnanlage. Egal ob preiswert und sehr teuer. Aufgrund der Baumängel, die schon beim falschen Bauen entstehen ist das Haltbarkeitsdatum sehr nach unten begrenzt. Zudem werden diese Anlage oft nicht gepflegt und es erhebt sich die Frage, wo die ständig teuer werdende Wartungsgebühr bleibt.

Ich persönlich würde jedem davon abraten, aus der Ferne oder auch vor Ort nur nach Fotos oder Computeranimationen zu kaufen. Ich sah ein super Apartmenthaus als Animation, real entsteht es im reinen Gewerbegebiet von Burgas direkt neben Autowerkstatt und mit Blick auf Lager- und Firmenhallen ringsherum. 

Eine Anlage direkt am Meer vor Pomorie erinnert an die Geisterstädte aus alten Western. Völlig verwildert und verfallen, obwohl erst ca. 3 Jahre alt. Aber super auf den Fotos. Große Poolanlage kann nicht weiter gebaut werden, da der Hang abrutscht. Wird aber wie Sauerbier von -zig Maklern angeboten.

Dann woanders Anzahlung im Anfall einer geistigen Schwäche getätigt. Habe Vertrag nur auf deutsch bekommen und nach genauer Überprüfung war er nicht das Papier wert, auf dem er stand. Immerhin zuerst stand dann meine Reservierung offiziell auf deren Website, zwei Tage später dann nicht mehr und das Haus war 10 % teuerer. Das waren bei der Summe ein paar tausend Euro. Hab dann mehr Glück als Verstand gehabt, die Anzahlung zurück zu bekommen. Also bloss vorsichtig mit Anzahlungen. Nicht unter Druck setzen lassen.

Einzige Chance ist direkt vom Bauherren zu kaufen, möglichst von größerem Unternehmen. Habe einige ehrliche kennengelernt, aber die bieten nicht das an, was ich suche oder deren Preise sind einfach noch zu hoch also unrealistisch. Einige wenige haben einigermaßen Bau"Qualität", da wird es dann vielleicht 15 Jahre halten. Einige rechnen die qm realistisch, andere geben für die Wohnung zuviel an. Bitte beachten, dass Balkon und öffentliche Fläche bei den Objekten zu den qm der Wohnungsgröße mit gerechnet wird.

Bei kleinen Baufirmen ist Vorsicht geboten. Zweimal erlebt, dass der Chef sofort persönlich einen Termin auf der Baustelle machte und dass nur noch ein Haus angeblich frei war und die Anzahlung dann 40 % betragen sollte. Eigentlich ist die Zahlung verhandelbar und kann individuell festgelegt werden. Bei den erwähnten Firmen war das nicht der Fall. Wenn es dann nicht nach deren Willen geht, sind die Unternehmer beleidigt und man hört (zum Glück) nie wieder was.

Bei Rohbauten ist aufgefallen, dass sämtliche Isolierungen gegen Bodenfeuchtigkeit fehlen. Also Folien unter Bodenplatte, an den Außenwänden etc. fehlen. Manche "Bau"unternehmen kennen auch keine Wasserwaagen. Auch die Regenrohre sind sehr abenteuerlich ausgerichtet, einige enden vom Dach kommend mitten auf dem Balkon oder unten direkt neben der Eingangstür.

Für das schlechte Bauen sind meiner Meinung nach die Preise viel zu hoch.

Aufgrund der politischen veränderten Situation macht es den Anschein, dass alle Menschen aus russischen Ländern hier einen Immobilienausverkauf starten, vermutlich demnächst auch aus GB.

Scheinbar dreht der Markt gerade. Das Angebot steigt, allerdings für Immobilien mit vielen qm. Einheimische kaufen in der Regel Studios, Einraumwohnungen höchstens Zweiraumwohnungen. Die aktuelle Touristensaison sieht übel aus, so dass evtl. Apartments, die nur zum Vermieten an Touristen gekauft wurden auf den Markt kommen werden. Ob die Preise allerdings realistisch sein werden, bleibt fraglich. 

Zum Schluss sei noch bemerkt, dass ich persönlich hier schon so einigen heftigen Regen, Kälte und Schnee erlebt habe.

Ich hoffe, dass meine Erfahrungen hilfreich sind. Vielen Dank für's Lesen. 

Vielleicht höre ich auch von jemand, der mir sagen kann wie ich doch noch an ein Objekt im Raum Burgas kommen kann.

 

 

 

 

 


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beefeater
(@beefeater)
Seriöses Mitglied
Beigetreten: 2 Monaten vor
Beiträge: 52
 

Hallo Mervin,

erstmal Danke für deinen ausführlichen Bericht. Der kommt mir persönlich heute wie gerufen.

Ich denke seit ein paar Wochen auch ernsthaft über eine Auswanderung nach Bulgarien nach.

Nachdem Spanien wegen der Kosten und ständigen Vermögenssteuer rausgeflogen ist.

Habe nun "Dutzende" Immo Portale aus BG durchforstet und mir einen Eindruck über den Markt verschafft. Bin darüber - genau wie zuvor in Deutschland - wieder zum Entschluss gekommen, bei den "gebrauchten" Häusern muss ich meist so viele Kompromisse machen und viel Renovieren bzw. Sanieren. Ich mag diesen rustikalen "Schwarzwald" oops Bulgarien Stil einfach nicht.
Nicht beleidigt sein liebe Mitleser. Ihr habt sicher ganz tolle Häuser. Iss halt Geschmackssache.

Da baue ich also lieber gleich neu und richtig schön modern bzw.Altersgerecht und leg noch was drauf.
Denn in D kostet mich mein Bauvorhaben heute bereits mind. 500T ohne Keller. Und Grundstücke findet man trotzdem nicht. Habe nach 12 Monaten Suche, auf deutsch gesagt die Schn... gestrichen voll.

Ich plane spätestens im Mai einen Monat in der Nähe von Varna/Goldstrand/Balchik zu verbringen und mir bis dahin einige Angebote von Bauunternehmern einzuholen. Und den Aufenthalt dann dort für Termine und Besichtigungen zu nutzen.

Und genau darum hab ich heute reingeschaut. Um eben seriöse und zuverlässige Bauunternehmer bzw. Baupartner Empfehlungen zu finden. Deine Erfahrungen mit den Maklern sind sicher kein alleiniges Bulgarien Problem. Das hab ich in D schon genauso erlebt. Sicher haben die Bulgaren auch schon genug Erfahrungen mit versnobten neureichen Deutschen gemacht.

Danke für deine Zahlreichen Infos und Tipps, die sind Gold wert.
Ich habe schon einmal 2000 ein Haus in D selber gebaut. Also Muskelkraft und Baupartner und kann deine Mängellisten gut nachvollziehen. Den Murks der beim Bau gemacht werden kann, den bügelst du kaum wieder raus.

Könntest du mir denn den einen oder anderen - seriösen -bulgarischen Bauunternehmer nennen, an den ich mich wenden kann? Gerne auch privat, falls das hier unerwünscht ist.

Viele Grüße Mike


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beefeater
(@beefeater)
Seriöses Mitglied
Beigetreten: 2 Monaten vor
Beiträge: 52
 

@varnalove 

Bulgarisch: Nein

Englisch: war für mich 10 Jahre Dienstsprache bei der NATO.

Also: YES i do

Ich bin wahrscheinlich das Gegenteil eines typischen deutschen Rentner Auswanderers.

Billig kaufen ist nicht geplant. Vernünftig kaufen trifft es eher.
Ich stehe finanziell und zeitmässig unter keinerlei Druck.

Momentan denke ich sogar daran, erstmal ein "normales" modernes ca. 180m2 Haus im Bereich Varna/Balchik am Meer zu kaufen und das als Basis zu nutzen, um dann in Ruhe VorOrt das perfekte Grundstück (500-1000 m2, in erster bis zweiter Meerlinie) für mein Bauprojekt zu finden.
Danach dann den dafür geeigneten Baupartner. 

Vielleicht finde ich dabei auch so schon das passende "fast perfekte" Haus für mich.

Es gibt da schon einige Kandidaten auf dem Immo Seiten, alleine der teilweise sehr schwierige Zugang zum Haus, über lange steinerne Treppen vom Parkplatz zum Hauseingang, macht mir heute sicher noch keine Sorgen, aber in 10 Jahren dort immernoch meine schweren Einkaufstüten und jedes Möbelstück hoch zu schleppen, ist schon etwas schwieriger vorstellbar.

So ein Haus kann ich dann gerne noch umbauen/renovieren bzw. auf meinen speziellen Ansprüche optimieren.

Stichworte: Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher, Zentrale Klimaanlage, automatische Belüftung, Sonnenschutz, Wärme- und Hydroisolierung, Netzwerkverkabelung.  

Dabei werde ich mir ganz sicher Referenz Objekte (fertig und im Bau) sehr genau ansehen und mit anderen Kunden sprechen, bevor derjenige den Zuschlag bekommt.

Da ich bereits in D mit eigenen Händen und gutem Baupartner einen ziemlichen Palast mit fast 300m2 gebaut hatte, werde ich wahrscheinlich einer der wenigen oder gar der einzige in BG sein, der beim Neubau z.Bsp. um die Bodenplatte eine eigene Dränage samt Rigole verbaut...

Ob die Holzständerwerkbauweise dann für mich direkt am Meer bzw. der Steilküste überhaupt geeignet ist, muss ich erstmal recherchieren. Ich sehe bei den verfügbaren Häusern, alleine an den grossen steinernen Terrassen mit vielen steinernen Treppen und gemauerten Stufen im Hang da wenig Potential für ein "Holzhaus". Ich kenne die Bauweise aus Florida ziemlich gut. Im Landesinneren ganz sicher besser geeignet . Zumal die Holzpreise ja seit einiger Zeit weltweit geradezu explodieren.

Du darfst mich gerne mal anschreiben und mir mehr erzählen.

Gruss Mike


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(@obermeier)
Aktives Mitglied
Beigetreten: 2 Monaten vor
Beiträge: 19
 

Hallo Mervin, wenn Du ernsthaft Interesse an einem Haus auch in der südlichen Varna- Region hast, dann schreibe mich mal an. Ansonsten Geduld und viel Glück! 😉 


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 Klug
(@klug)
Neues Mitglied
Beigetreten: 6 Monaten vor
Beiträge: 1
 

Hallo alle zusammen,

Ab April 2021 sind meine Familie und ich nach Plovdiv gezogen, wo wir eine Wohnung gekauft haben. Ich bin froh, nützlich zu sein.
Immobilienmakler und Immobilienverwalter.


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(@ichbingeloescht)
Gold Mitglied
Beigetreten: 6 Monaten vor
Beiträge: 475
 

@beefeater 

Ich fange einmal mit Deinem letzten Satz an: "Zumal die Holzpreise ja seit einiger Zeit weltweit geradezu explodieren". Ja, das ist wirklich der Wahnsinn. Beim Fertighausbau werden ja OSB-Platten verwendet und mein Bauunternehmer teilte mir vor ein paar Tagen mit, dass die Preise für eine Platte von 21 BGN auf 54 BGN gestiegen sind, also 157 % mehr als vor der Fake-Preiserhöhung nach dem dem Fake "C". :-). Aber es wird sich wieder ändern, denke ich, denn die Industrie und die Händler sägen sich ja den eigenen Ast ab, auf dem sie sitzen (sprich Geld verdienen).

Holz ist ein Naturprodukt, wie Du weißt, und ist sicher auch an der Küstenregion eine gute Alternative. Die Bodenplatte ist aus Beton und darauf wird das Haus in Holzständerwerkbauweise erstellt. Individuelle Vorstellungen können selbstverständlich in die Planung einbezogen werden, Photovoltaik, Wärmepumpe, etc.

Bist Du denn schon in Varna wohnhaft?

 


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beefeater
(@beefeater)
Seriöses Mitglied
Beigetreten: 2 Monaten vor
Beiträge: 52
 

@  Besser-leben-in-BG

Ich wünschte ich könnte deinen Optimismus teilen, denn die Weltbevölkerung schrumpft entgegen vieler Behauptungen nicht ... der Bedarf wird immer grösser... Auch nachwachsende Rohstoffe reichen heute schon nicht mehr. Zudem, bin ich ja wie bereits geschrieben, wirklich sehr oft in den USA gewesen und habe dort an die 15 verschiedene Villen, die in dieser Bauart erstellt wurden, bewohnt. Mich hat das ... beim Baufortschritt Beobachten, nie wirklich überzeugt. Bin eher son Beton bzw. PorenBetonKopf 😉

Naja, man muss sich wohl von der dt. Idee ein Haus für 500 Jahre zu bauen, verabschieden.

Mir ist als Ü50er auch letztendlich egal, ob das Haus nach meinem Ableben noch 100 Jahre steht ...
Kinder habe ich nicht.

Leider noch nicht, ich bin in der Planungsphase... und kläre viele Fragen halt gerne vorher.

Gruss Mike

 


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