Annette Britsch 2015

Ein Jahr mit Unsicherheit und Unruhe in Bulgarien

Januar 2015

01. Januar 2015
1.1.15, die erste Nacht ist vorbei. Ich muß sagen ich habe das neue Jahr einfach verschlafen. Es war mir echt zu lange um auf zu bleiben. Ich denke es gibt wieder ein nächstes neues Jahr, vielleicht bin ich dann nicht müde. Man hat mir erzählt, es wäre ein mords Feuerwerk gewesen. Da kann man mal sehen wie gut und fest ich schlafen kann. Habe überhaupt nichts mitbekommen. Also wer mir das Bett unterm Hintern klauen will, kann das, ich werde nicht wach. Ja und nun schaue ich raus und sehe einen wunderschönen blauen Himmel, strahlende Sonne, ganz leicht geht ein Lüftchen.

Der Sturm von gestern ist vorbei. Gestern war echt brutal es ging ein eisiger Ostwind, nein kein Wind, eher ein Orkan und dann sollst noch raus. Nach wenigen Minuten war man fast zu Eis erstarrt. Selbst Tscherno konnte nicht pinkeln oder habe ich nicht gesehen, dass es einfach fortgeflogen ist??? Na ja wie dem auch sei, ich hoffe, dass jetzt alles besser wird. Wieso alles??? Nun die Ballererei hat meinen Hund ganz schön mitgenommen und für mich soll es nun warm werden. Habe mir auch schon eine Vignette geholt, kann also in diesem Jahr einiges unternehmen

03. Januar 2015
Samstag, langsam normalisiert sich das Leben wieder. Es ist kalt bei uns, aber kein Schnee. Gestern glaubte ich, mein Auto ist kaputt, es muß in die Werkstatt. Also wollte ich hinfahren, aber siehe da, keine Fehlermeldung mehr. Bin schon erleichert, denn man muß ja nicht gleich in den ersten Tagen des Jahres schlechte Nachrichten bekommen. Ich glaube, dass da was gefroren war und so ein Lampe ausgelöst wurde. Gut, aber ich bin kein Fachmann, egal, die Lampe leuchtet nicht mehr. Sie zeigte an, dass was am Auspuff nicht stimmen sollte.

Ja und mein Mitbewohner wartet immer noch auf seine in Deutschland am Anfang des Dez. abgeschickten Pakete, die nach Aussage der Post nach längsten 7 Tagen da sein sollten. In den Paketen ist seine Winterkleidung. Gut oder??? So ist das wenn man nicht hören will, was andere einem über den Postweg erzählen. Muß er halt ein bisschen mehr frieren. Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen, außer, dass ich Tscherno gestern mit Gewalt durch den Wald gezogen habe. Nach dem halben Weg, lief er dann wieder friedlich mit. Mal sehen wie es heute geht.

04. Januar 2015
Sonntag mal wieder. Habe gerade meinen Hund durch den Wald gezerrt. Er hat immer noch Angst, aber wenn ich dann nicht nachgebe, irgendwann läuft er dann. Gut, ich denke es wird besser werden, je länger die Schießerei vorbei ist. Wenn er vor Neujahr ganz verrückt war, wenn ich die Leine genommen habe, so bleibt er jetzt auf der Couch liegen und spielt schlafen. Habe gestern eine Mail erhalten in der stand als Überschrift „Hilfe sie kommen wieder“. Im Febr. Wird der letzte Teil von meinem bisherigen Leben in BG gedreht und dann wird der Film bald anlaufen. War ja ein echt spannendes Jahr mit vielen Eindrücken. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt, wer nicht den ersten Schritt in ein anderes Leben wagt, der wird es auch nicht bekommen und wird immer sagen, ach hätte ich doch.

05. Januar 2015
Traumhafter Sonnenschein, schöner blauer Himmel, aber arschkalt. Naja bis ich heute mittag weg muß hoffe ich, dass das Wetter ein wenig milder ist. Heute morgen ist es glatt. Gestern war mir richtig langweilig und was macht Frau, wenn ihr langweilig ist, sie macht einen Einkaufsbummel. So habe ich auf diesem Weg mir eine richtig schöne warme Winterjacke und einen tollen Pulli gekauft. Ich bin immer wieder sprachlos, wenn ich sehe was ich bezahle. Meine wirklich tollen Teile kosten zusammen gerademal knapp 60 €. So kann ich dann heute noch nach Kavarna fahren und „gut“ aussehen.

Gestern beim Spazierengehen mit Tscherno ist mir ein alter Bekannter begegnet. Es ist schön wenn man hier von Einheimischen freudig begrüßt wird. Er meinte er geht schwimmen, ob ich nicht Lust hätte mit zu gehen. Schwimmen hier, spielt sich auch im Winter im Freien ab. Der Gedanke ließ mich aber ganz schnell frieren. Gut die Wassertemperatur sind ca 36 Grad. Aber ich müßte ja auch erst mal rein kommen, schlotter…….Tscherno hat sich vor ein paar Tagen mit seinem Freund gezankt. Der Kerl gab keine Ruhe und Tscherno hat mal schön gezwickt. Jetzt verschwindet der Hund sobald er Tscherno sieht. Hat der ein Geschrei gemacht, man hätte denken können er wird gekillt.

06. Januar 2015
Nun was gab es gestern zu futtern. Spagetti Bolognese. War gut. Gaby war auch da zum Essen, denn wir hatten ja einen Ausflug vor. Wenn man raus schaute, dann war es Frühling, wenn man raus kam war es kalt. Aber ein wunderbarer Sonnenschein, eine frische klare Luft, blauer Himmel . Einfach nur schön. Nicht grau oder rieselig. Herrliche Luft. Wir machten uns auf den Weg nach Kavarna. Wie immer bei mir bin ich natürlich zu früh. Ich wollte die Zeit bis eine Bekannte kommt nutzen, indem ich mit Tscherno laufe. Alles war schön friedlich, wir gehen über die Straße, es lässt einen Böllerschlag, mein Hund springt zwei Meter hoch und fängt an zu rennen. Die Leine rast mir durch die Hand, es brennt ganz empfindlich, aber ich halte . Mein Gott hätte ich losgelassen, wäre bei dem Verkehr der gerade herrschte mein Hund platt gewesen. Völlig verstört zog Tscherno dann sofort ans Auto. Wir ließen ihn rein. Spaziergang erledigt, Mist.

Also dann gehen wir Cappu trinken bis Kathi kommt. Habe lange sie nicht gesehen und mich darauf gefreut. Irgendwann besichtigten wir dann ein Haus. War so eigentlich nicht schlecht, man hätte viel renovieren müssen, aber leider hatte es Schimmel und da reagiere ich empfindlich drauf.

Gut dann wieder auf in Richtung Heimat. Unterwegs Hund raus lassen, damit er mal was macht. Hat auch geklappt. Wir sind dann noch in Kranevo laufen gewesen, aber Tscherno hatte keine richtige Lust. In Varna angekommen fahre ich in den Hof, da schon wieder so ein Scheiß Böller. Ehrlich ich hasse diese Knallerei, einmal muß auch Schluss sein. Und in Varna wird viel geschossen. Gaby und ich haben dann noch bei mir Kaffee getrunken. Gegen später kam mein WG-Genosse nach Hause und erzählte mir, er war für mich in einem Maklerbüro. Da gehen einem natürlich verschiedene Gedanken spontan durch den Kopf. Aber lassen wir die Gedanken mal beiseite, er hat heute einen Termin um sich verschiedene Dinge, sprich Wohnungen anzuschauen.

6.1.15, wunderschöner klarer Wintertag hier in Bulgarien, Sonne pur. Habe keine Lust zu kochen, überlasse deshalb die Töpfe meinem Mitbewohner. Nach dem Essen lege ich mich kurz aufs Ohr und anschließend mache ich mich mit Tscherno auf den Weg.

In Sveti ist es mir dann zu kalt und windig. Tscherno hat auch keine Lust zu laufen. Also wieder rein ins Auto. Ein Gedanke schießt mir in den Kopf, ich könnte doch zu Eva, denn Tscherno hat ein Belohnung verdient, nach der ganzen Knallerei. Leider in diesem Moment fängt es an aus heiterem Himmel zu schneien. Bulgarien ist wohl immer für eine Überraschung gut.

Gut der Gedanke ist nicht um zu setzten. Also fahren wir in ein kleines Dorf oben auf dem Berg. Hier laufen wir noch mal eine Runde, der Wald hält weitgehendst den Wind ab und es ist , wenn auch kalt doch recht angenehm. Wieder zu hause mache ich mir erst mal einen schönen Tee und wärme mich von innen.

08. Januar 2015
Also mal ganz ehrlich, ich bin einfach nur stinksauer. Da ich ja eine Wohnmöglichkeit suche mit Ofen oder Kamin, weil es mir hier zu kalt ist, gibt es Leute die meinen mir sagen zu müssen wo ich leben kann und wo nicht. An alle Männer, die hier meinen sie wissen alles besser, richte ich dieses Schreiben. Also Punkt eins ist , ich bin zwar eine Frau, aber ich habe bewiesen und gezeigt, dass ich sogar als Frau alleine nach Bulgarien auswandern kann. Punkt zwei, ja ich habe mal gesagt, da kann ich nicht leben, weil es einsam ist, das heißt aber nicht, dass ich es nicht doch kann. Vor einem Jahr bin ich von anderen Voraussetzungen ausgegangen. Das bitte entscheide ich. Punkt drei, da gibt es doch tatsächlich jemand der meint ich kann nicht mit einem Streichholz umgehen um Feuer zu machen. Bitte bedenke ich habe lange geraucht, beherrsche also diese Technik auch. Punkt vier, ich bin nicht mehr alleine, habe Tscherno und das ist mir wichtig. Klar möchte ich nicht in der Wallachei sein, aber das Haus das ich mir angeschaut habe liegt auch noch nicht ganz am Arsch der Welt. Und Punkt fünf, ich bin alt genug um selber zu entscheiden was ich mache, auch wo ich wohne. Meine Entscheidungen treffe ich ohne die beiden Herren, die sich geäußert haben.

09. Januar 2015
War das ein schöner Tag gestern. Bulgarien hat so eine klare und frische Luft. Dazu die Sicht auf das blaue, ach nein schwarze Meer. Ja gut es ist kalt und man oder Mann sollte besser die „langärmeligen“ Unterhosen tragen. Es war nicht windig und so machte mein Spaziergang mit Hund richtig Spaß. Tscherno ist ja nicht mehr zu halten sobald er den Strand unter den Füßen hat. Er rennt und jagd alles was sich bewegt. Am liebsten die Möwen.

Ich staune immer was der Kerl mit seinen kurzen Beinchen doch für ein Tempo entwickelt. Geschlemmt habe ich gestern auch. Habe mir Rotkraut und einen Schweinebraten gemacht. Es war der erste richtige Braten seit Monaten. Da wir aber nun zu zweit am Tisch sind, hat sich das richtig gelohnt. Ja und dann habe ich noch so viel Glück erfahren, man stelle sich doch vor, die Krankenkasse und die Zusatzversicherung zusammen zahlen mir 90% meiner Zähne. Einfach nur klasse.Bin ich froh, dass ich die nicht gekündigt habe. Sonst sehe ich jetzt im wahrsten Sinn des Wortes alt aus. Heute muß ich einkaufen, der Kühlschrank schreit füll mich. Mal sehen was so alles im Angebot ist.

10. Januar 2015
Gott sei Dank die große Kälte ist vorbei, kann sogar den Balkon aufmachen. Aber es war sehr kalt, aber trocken kalt, das ist besser auszuhalten, als dauernd die Nässe. Trotzdem freue ich mich, wenn es langsam aufwärts geht. Für nächste Woche habe ich von sommerlichen Temperaturen gehört. Mal sehen ob es so wird, wäre toll. Ich dachte übrigens immer, dass man mit Salz auftauen kann. Nun bei dem Sturm hat das Meer große Mengen Wasser hoch an den Strand geworfen. Dort wo das Wasser nicht abfließen konnte, ist es doch tatsächlich gefroren, trotz Salzgehalt. War zu schön zu sehen, wie Tscherno ab und zu die Füße durchdrehten

11. Januar 2015
Gestern hättest mich mal schreien hören können. Warum??? Na wir waren mit Hund spazieren. Er hat gepinkelt und was dazu gehört, hat mit seinem Freund wieder gespielt, hat sich richtig fröhlich und wild gegeben. Wir kommen dann nach Hause und plötzlich denke ich was ist das??? Es plätschert und mein Hund steht am Tisch, schaut mich an und pinkelt. Na da sind dem aber die Ohren zugefahren. Wie ein Blitz ist er unter den Tisch. Ich ihm hinterher, er wußte was er gemacht hat und verkroch sich so, dass ich ihn nicht fassen konnte. Also alles wegräumen und ihn raus holen. Leine dran und runter. Aber im dunkeln hat er noch immer Angst, hat nichts gemacht. Ich hoffe, dass das ein „Ausrutscher“ von ihm war. Ich habe meinen Augen nicht getraut, sowas hat er noch nie gemacht.

Ausflug ist vorbei. Nachdem Essen haben wir uns ins Auto begeben und sind erst mal an den Bulgarien-Goldstrand gefahren, damit Tscherno noch laufen kann. Dann sind wir weiter nach Prilv. Was hat der Hund sich gefreut, als er wieder in seiner alten Umgebung war. Er begrüßte Eva, Tinki und die anderen Straßenhunde.

Es ist unwahrscheinlich beeindruckend wie die Bindungen auch bei Hunden bestehen bleiben. Die Schwester von Tscherno hat ihn um den Hals geklammert und ihm die Hirachie klar gemacht, die nun herrscht und hat ihm ins Ohr gebrummt. Einfach toll sowas zu sehen. Wir machten mit den ganzen Hunden einen ausgedehnten Spaziergang und man sah wie sich die Tiere wohlfühlten. Tscherno war wieder in seinem Rudel. Aber alles hat ein Ende und so mußten wir dann wieder aufbrechen. Es hat mir richtig weh getan, als der Hund anfing im Auto, das sich langsam in Bewegung setzte , zu weinen. Hätte das nicht für möglich gehalten.

13. Januar 2015
So jetzt haben wir den Salat. Fernsteuerung der Klimaanlage geht nicht. Also schreibe ich meine Vermieterin an. Sie schreibt mir wo ich mich hinwenden soll. Also dann auf ins Geschäft. Dort hat man aber keine Fernsteuerungen. Ich informiere meine Vermieterin und bitte darum, dass sie in dem Geschäft anruft, weil ich denke wir sind nicht unbedingt miteinander klar gekommen. Nach kurzer Zeit teilt sie mir mit, dass ich zu Konrad Elektroniks in Varna gehen soll, da gibt es meine Fernbedienung. Soweit bin ich nun schon mal zufrieden. Werde ich heute morgen in Angriff nehmen. Habe auf dem Stadtplan geschaut wo das ist. Bloß gut, dass ich als Frau Stadtpläne lesen kann, kann ja schließlich nicht jeder. Tscherno war wieder in Sveti mit dem Hund spielen, und ist ganz müde wieder zu hause angekommen.

15. Januar 2015
Gestern war ein „Schocktag“- Man glaubt es nicht, ich gehe in mein Bad und was sehe ich, die Tür von der Dusche rausgerissen. Man da hättest mal sehen können wie ich los bin. Mein Mitbewohner hat wohl über die Stränge geschlagen und ist im Bad auf die Schnauze gefallen. Aber so geht das nicht. Er muß sich jetzt schnellstens eine Wohnung suchen und ich habe bei dem Experiment auch viel gelernt. Man sollte wirklich alleine bleiben, wenn dann was ist, dann war man es wenigstens selber. Allerdings muß ich sagen, nachdem ich ihn angepfiffen hatte, ist er sofort in die Stadt und hat nach Ersatzteilen gesucht und auch gefunden. Die Tür ist wieder ganz, aber ich bin nicht willens mir meine Wohnung demolieren zu lassen

18. Januar 2015
Oh schon wieder Samstag. So ein Mist, habe keine Lust zum putzen. Also mache ich mich auf den Weg in die Stadt. Ich schlendere durch die Grand Mall. Gibt im Moment sehr schöne Sachen, die ich mir leisten kann. Ich entdecke zwei schöne Pullis und ein leichte Sommerhose. Na da kannst nicht meckern, alle drei Sachen zusammen kosten 69 BGN. Stolz fahre ich mit meinen Errungenschaften nach hause. Ich schließe die Tür auf und es riecht lecker. Mein Mitbewohner hat gekocht. Schön ist das sich an den gedeckten Tisc h zu setzen. Nach meinem Mittagsschläfchen schnappe ich mir Tscherno und wir gehen in den Meeresgarten. Hund tänzelt ist ängstlich, will nicht laufen. Es ist aber auch wirklich bei dem schönen Wetter sehr viel los. Wir entschließen uns in ein ruhigeres Gebiet zu fahren. Und siehe da Tscherno ist wie ausgewechselt. Er rennt, er läuft und ich habe das Gefühl er ist zufrieden.

Mir fehlen noch ein paar Dinge im Haushalt, also wollen wir einkaufen. Picadillypark übervoll, weiter zu Penny da war ich noch nie. Ist echt nichts besonderes aber ich habe den Markt nun gesehen. Wir laufen über den Parkplatz und auf einmal eine Fehlzündung. Es tut einen mords Schlag. Selbst ich bin erschrocken und dachte ein Panzer schießt. Wir kommen am Auto an und kein Hund mehr auf der Rückbank. Auch nicht auf der Vorderbank. Oh Mann wo ist Hund??? Ganz zusammen gekauert liegt er unter meinem Fahrersitz. Er tut mir so leid, aber ich muß lachen, wie schnell der da unten war und vor allen Dingen so klein ist er ja nun auch nicht.

19. Januar 2015
Sonntag, wie heißt es so schön, an diesem Tag ruhte Gott und auch wir sollen kein Werk tun und uns ausruhen. Nun so ganz habe ich es gestern nicht gemacht, denn ich hatte die Tage verdreht. Diese Woche ruhte ich Samstags und putzte Sonntags meine Wohnung. Aber immerhin habe ich nicht gekocht.

Mein WG Genosse und ich sind Essen gegangen. Beim Italiener im Picadillypark. Also wirklich wir hatten jeder zwei Getränke, einmal Kaffee und einmal Wasser, ein Menue mit Vorspeise und dann in Scheiben geschnittene Hähnchenbrust paniert. War echt gut. War mal wieder was anderes. Nach meinem Mittagsschläfchen sind wir dann wie es bei mir üblich ist mit Tscherno raus. Schönes Wetter, ruhiges Meer und ein entspannter Hund, wenn er am Goldstrand rennen darf. Ach ja und unser Essen hat 25,95BGN gekostet und das für uns Beide. Also knapp 13 €, pro Person 6,50€. Da kann man doch nichts sagen. Bedient wurden wir freundlich und höflich…..

20. Januar 2015
Monatag 19.1., ich trinke meinen Kaffee und überlege was ich so treiben könnte oder müßte. Es steht ja dringend ein Friseurbesuch an. Zum Doktor muß ich auch. Also die Beiden sind im gleichen Ort, dann fange ich mal mit dem Haare schneiden an. Ich habe Glück und nach 5 Min. Wartezeit komme ich dran. Die Friseurin ist eine ganz sympathische Frau und langsam können wir uns auch, wenn nur mühsam verständigen. Aber wie sagt mein Hausbewohner unter mir??? Step bei Step, ja und so ist das wirklich, aber es ist nicht einfach. Nachdem ich beim Friseur fertig bin gehe ich um die Ecke zum Dr. Auch hier einer vor mir, schön, da bleibe ich und warte auf mein Rezept. Ich habe die Namen meiner Medikament aufgeklebt, also von der Packung oben die Medikamentennamen abgetrennt, auf ein Blatt geklebt, den Google Übersetzer angeworfen und darunter geschrieben was und wieviel ich will.

Mit dieser Ausrüstung begebe ich mich ins Sprechzimmer. Ich bekomme mein Privatrezept , zahle 5 BGN und kann schon wieder gehen. Das Rezept wird mich nun ein halbes Jahr begleiten, dann brauch ich ein neues. Als ich aus dem Sprechzimmer komme, traue ich meinen Augen nicht, es sind innerhalb weniger Min. 8 Leute gekommen. Bin ich froh, dass ich vor denen rein bin. Beschwingt mache ich mich auf den Weg zum Markt.

Ich liebe es hier die frischen Sachen zu kaufen. Vor allen Dingen frisch und erschwinglich. Für das Mittagessen kaufe ich mir einen halben Kürbis, ein paar Kartoffeln und Karotten brauch ich auch noch. Ok nun noch in die Apotheke. Alles erledigt, dann kann ich heim und kochen. Der Rest des Tages lief wie immer ab, aber ich mußte mich gestern zweimal umziehen, weil es mir einfach zu warm wurde. Wir hatten ca 20 Grad und das ist im Januar echt ein Genuß. Vor allen Dingen die Wintersonne, man kann richtig, richtig Energie tanken.

22. Januar 2015
Tja so spielt das Leben. War soeben mit Hund am Strand. Ich begegnete einer etwas älteren Frau. Wir kamen ins Gespräch. Ich war sehr überrascht wie gut sie deutsch sprach. Im Laufe des Gespräches kam zum Vorschein, daß sie 42 Jahre in Deutschland gelebt hat. Wir liefen zusammen spazieren, sie erzählte mir dass sie in Varna lebt. Wir waren in Sveti Konstantin. Sie ist extra mit dem Bus rausgefahren, weil sie die Katzen füttern wollte. Oh sie jammert so, dass sie lieber nach DE will, aber der viele Regen, das ist ja auch nichts. Wenn man bedenkt, sie hat ihr halbes Leben in DE gelebt, und hatte einen deutschen Mann. Da war ich schon sehr überrascht, denn vor über 40 Jahren, war der Tourismus hierher ja noch nicht so möglich. Aber nun was solls. Sie erzählte, dass es ganz schwer war aus Bulgarien raus zu kommen, denn das war ja Ostblock und sie wollte zu ihrem Mann in den Westen. Nun ich finde es schön wieder jemand neues kennen zu dürfen. Wir haben unsere Telefonnummern ausgetauscht und werden sicher mal wieder spazieren gehen……

24. Januar 2015
So Tage hat man, ich auch. Hatte gestern das Gefühl ich muß mal wieder ganz für mich alleine sein. Habe die Karte studiert und festgestellt, wir haben hier noch einen zweiten Penny und noch einen vierten Lidl. Also gut, dann mache ich mich mal auf die Suche. Der erste Penny hat mich ja nicht überzeugt. Dieser zweite ist sehr sauber und das Personal lacht sogar. Das ist für mich ein gutes Zeichen, denn gelacht wird hier nicht viel, was ich sehr bedauere. Ganz allgemein betrachtet ist das bulgarische Volk sehr mit sich und seinen Depressionen beschäftigt und man sieht auch auf der Straße niemand der mal lächelt. Meine Vermieter waren im Dez. kurz da und da kamen wir auf das Gespräch, sie meinten mein Nachbar sei ein Deutscher, ist er nicht, weil er immer lacht. Dann sagten sie, die Leute haben viele Probleme. Aber bitte wer hat die nicht???

Na wie dem auch sein, bin dann noch weiter in den Jumbo und habe sinnlos Geld ausgegeben. Habe nämlich eine Wärmflasche gefunden, die natürlich gleich gekauft. Briefumschläge brauchte ich ja auch noch. Frage mich manchmal warum, eigentlich könnte man die Post schreiben und wegwerfen, sie kommt so oft nicht an. Ich warte immer noch auf drei Briefe von der DAK und einen von der Versicherung für meine Beißerli.

Genußvoll ging dann der Vormittag mit schlendern und schauen für mich zu Ende. Nach hause gekommen habe ich mir ein schnelles Mittagessen gemacht, ja sehr schnell, hatte ein Peperoni mit rein. Es war ungenießbar, also konnte ich es schnell entsorgen. Ja so wird man schlank, kochen und entsorgen……..

25. Januar 2015
Ah ist das schön!!!!!!!! Ich sitze an meinem PC bei geöffneter Balkontür. Der Nebel geht langsam weg und man kann schon ein Stück blauer Himmel sehen. Man glaubt der Frühling kommt. Ich liebe das, zu sehen wie sich die Natur und die Menschen wohl fühlen. Überall fängt es an leicht zu sprießen.

Bin in letzter Zeit echt faul geworden. Habe keine Lust mehr zum kochen und das obwohl mein WG-Genosse meine Kochkünste lobt. Heute am So gibt es einfach nur Linseneintopf. Ist ja auch nicht schlimm, denn wir können uns ja immer alles was wir wollen zum Essen machen. Ich brauche also nicht wie in meiner Kindheit den So um mal eine Gabel voll mit Fleisch zu bekommen.

Wenn ich da noch dran denke, meine Mutter hat aus einem Pfund, 500Gramm, für 5 Personen den Sonntagsbraten gemacht. Ja so war das mal und heute??? Wenn man nicht ordentlich was auf dem Teller hat, schaut man blöd. Von Dentaprime war mein Mitbewohner eingeladen zu einem sieben Gänge Menue und er erzählte, es war gut hervorragend, aber sehr kleine Fleischportionen. Gut ich meine mit sieben Gängen wirst ja auch satt. Aber die Gewohnheit eine gute Portion auf dem Teller zu haben, lässt einem schon mal irritiert schauen.

Demnächst gehe ich mit zu dem Essen. Da gibt es dann Vorträge mit dabei über Zähne usw. Klar ein wenig spät, denn in unserem Alter fehlt da ja schon einiges. Wenn ich sehe, wie ich mit meinen neuen Beißerli ohne nachbessern zurecht komme und dann sehe wie mein Mitbewohner Zirkus hat, er hat in DE seine Zähne machen lassen und ist nun in Behandlung bei Dentaprime. Da bin ich froh, dass ich das hier machen lassen konnte. Er hat sogar eine OP gehabt hier mit Vollnarkose, weil in DE der Zahnarzt die Zyste nicht erkannt hat. Na ja wie dem auch sei, ein wenig Glück darf ich ja auch haben.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.